"Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Bono » 29 Nov 2013, 09:49

informador.in hat geschrieben:aber eben nur in Bogota und den anderen Grossstaedten.,, der Rest guckt in die Roehre.

Das hatte ich ja oben auch schon erwähnt. Eigentlich gibt es kein Kolumbien sondern nur ein GrossBogota. Schade das der Rest des Landes vergessen wird. Selbst auf überregionalen und privaten TV Sendern schütten sie dich mit Werbung für Bogota voll.

Gado hat geschrieben:Kein Kunde kauft gern ein, wenn er mehrere hundert Euro in bar bei sich haben muss. Außerdem verführt die Möglichkeit, mit der EC-Karte zu bezahlen, die Kunden dazu, beim Einkauf nicht so genau zu rechnen und den einen oder anderen Artikel zusätzlich mitzunehmen.

Hier vertraut Keiner Keinem. Ich würde hier hier, bei diesen Banken, auch keine Kartenzahlung akzeptieren. Wer weis schon ob er immer sein Geld bekommt. Bares ist Wahres... dieser Spruch bewarheitet sich hier mehr als anderswo.
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Gado » 21 Aug 2014, 19:27

Seit einem Monat bin ich in Bogotá. Von der Wohnung aus kann ich zwei D1-Filialen zu Fuß erreichen. Meine Frau und ich kaufen dort regelmäßig, weil die Qualität der Waren gut und die Preise günstig sind. Die Auszeichnung der Preise ist auch gut und einfacher zu lesen als beispielsweise bei Éxito oder Carulla. Als wir bei einem der ersten Einkäufe nach einem Artikel suchten, wurden wir auf deutsch gefragt, was wir kaufen möchten. Es handelte sich um einen Mitarbeiter, der an diesem Tag - von der Zentrale geschickt - in der tienda nach dem Rechten sah. Nachdem er uns geholfen hatte, sagte ich: „Wir kaufen überall auf der Welt bei ALDI." Der Mitarbeiter schmunzelte, sagte aber nichts weiter.

Inzwischen gibt es auch deutsches Bier zu kaufen: Lübzer Premium. Es schmeckt norddeutsch herb und ist billiger als Club Colombia. Meine Frau bevorzugt Lübzer Premium, ich Club Colombia Dorada.

Leider ist die Abfertigung an der Kasse nicht professionell. Schon rein äußerlich hat man den Eindruck, dass bei der Gestaltung der Läden auf den Kassenbereich wenig Wert gelegt wurde. Die Fläche, auf welche die Waren vor der Bezahlung gelegt werden, ist sehr klein. Warentrenner gibt es - wie bei Éxito und Carulla - nicht. Die Abrechungsgeräte an der Kasse machen einen eher wackeligen Eindruck. Sind zwei Kassen in Betrieb, wissen die Kunden nicht, wie sie sich für die Kassen anstellen sollen. Die Kassierer sind häufig ungeschult. Sie praktizieren learning by doing. So bereitet es den Kassierern häufig Schwierigkeiten, den Barcode zu finden. Vier gleiche Bierdosen wurden viermal umständlich eingescannt, nachdem der Barcode jedes Mal neu hatte gesucht werden müssen. Die Ausgabe des Rückgeldes erfolgte im Zeitlupentempo.
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Gado » 16 Okt 2014, 19:19

Im vorstehenden Beitrag habe ich die Abfertigung an der Kasse geschildert. Die missliche Situation hat zu einer Änderung in dem größeren der beiden D1-Läden geführt. Es wurde eine dritte Kasse aufgebaut. Im Gegenzug wurde an allen drei Kassen die Auflagefläche für die Waren auf geschätzt 35 cm Länge verkürzt.

Die Neuerung wird wenig nützen, wenn - wie heute - trotz einer Käuferschlange nur eine Kasse in Betrieb ist und Kunden sowie Kassierer trödeln.
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Refajo » 30 Nov 2014, 18:33

Ja, der Laden in der Calle 51 (Bogotá) hat jetzt drei Kassen. Der Laden auf der Calle 57 ist einfach zu klein. Seitdem aber in beiden Läden eine einheitliche Warteschlange eingeführt wurde (und von den Mitarbeitern angemahnt wird), musste ich noch nie lange warten. In jedem Fall ist die Abfertigung im D1 schneller als bei Carulla, Exito & Co.
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Refajo » 18 Jun 2015, 22:08

Die D1-Kette nach deutschem Discounter-Vorbild ist erfolgreicher denn je. Die Mehrheit unserer Bekannten (Estratos 3 bis 5) kauft dort ein, zumindest gelegentlich, die meisten jedoch regelmäßig. Einige Kolumbianer behaupten, der D1 hätte dafür gesorgt, dass Exito und Carulla nun keine Kunden mehr hätten, was natürlich maßlos übertrieben ist. Wenn man etwas benötigt, was über den Grundbedarf des Durchschnitts-Kolumbianers hinaus geht, muss man zwangsläufig in die teuren großen Supermärkte.

Der D1-Markt in der Calle 51 (Bogotá) ist so erfolgreich, dass wir vermeiden, dort einzukaufen. Es gibt drei Kassen, welche meist alle gleichzeitig in Betrieb sind. Mittlerweile gibt es ein Schild "Fila única" (nur eine Schlange) welche oft zwei der drei Gänge vollständig blockiert. Der Andrang ist so groß, dass man sich praktisch in die Schlange stellt und auf dem Weg zur Kasse die Produkte aus dem Regal nimmt. Obwohl D1 weitere Einkaufswagen angeschafft hat, kämpfen die Kunden darum, einen zu ergattern. Mehrere Mitarbeiter versuchen (nun sogar am Wochenende) in dem Chaos die Regale nachzufüllen.

Mit dem durch den starken Andrang entstehenden Chaos ist der D1 wohl auch für Ladendiebe interessant geworden. Da D1 keinen privaten Sicherheitsdienst beschäftigt, funktionieren nun zwei Mitarbeiter als Aufpasser: Einer geht oben auf dem Dach des Kühlregals auf und ab und schaut angestrengt auf die Kunden (siehe Foto). Ein Zweiter steht ebenfalls erhöht am Ausgang und lässt Einkaufswagen nur noch gegen das Pfand des Personalausweises ausfahren. Es ist zu vermuten, dass bereits Einkaufswagen gestohlen wurden.

Es bleibt abzuwarten, wie es mit dem "kolumbianischen Aldi" weitergeht. Mittlerweile hat wohl die Santo-Domingo-Gruppe (Inhaber von Carulla, Exito etc.) die Mehrheit der Anteile an D1 erworben. Manche sagen, dass die Gruppe langfristig die Preise bei D1 erhöhen wird, um sich nicht selber Konkurrenz zu machen. Das glaube ich aber nicht, denn dann wäre ja wieder Platz für einen Konkurrenten, ich sage mal salopp: für einen Lidl.

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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Marco » 19 Jun 2015, 04:16

Refajo hat geschrieben:Die D1-Kette nach deutschem Discounter-Vorbild ist erfolgreicher denn je.


Na, dann will ich mal hoffen, dass sie bald auch nach Cartagena kommt.

Ich liebe Aldi; ich liebe Lidl - also werde ich vielleicht auch D1 lieben. (Allerdings liebe ich keine langen Schlangen an den Kassen, nirgendwo :roll: )
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Refajo » 08 Sep 2015, 23:14

Laut einer Studie kaufen 24 von 100 Kolumbianern bei D1 ein.

Sin empacadores ni publicidad D1 consolida su influencia en el “retail”

El 80% de los colombianos realiza sus compras en los supermercados independientes, un segmento que se ha fortalecido con la participación de nuevos actores.

http://www.dinero.com/empresas/articulo ... bia/212908
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Gado » 04 Okt 2015, 11:27

In meinem Beitrag vom 28.11.2013 habe ich berichtet, dass Aldi seit dem Jahr 2005 EC-Karten akzeptiert. Jetzt kann man bei Aldi auch mit Kreditkarten bezahlen.
http://www.aldi-sued.de/de/aldi-sued-a- ... enzahlung/

Bono hat in seinem Beitrag vom 29.11.2013 prognostiziert, D1 werde Kartenzahlung nie akzeptieren und dies wie folgt begründet: „Hier vertraut Keiner Keinem.“ Diese Begründung halte ich für unrichtig. Denn Exito und Carulla beispielsweise nehmen Kreditkarten an.
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Marco » 04 Okt 2015, 12:02

Im Departamento Bolivar immer noch tote Hose - und damit auch in Cartagena. weit und breit kein "Aldi"

http://www.tiendasd1.com/nuestras-tiendas

Bild
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Re: "Aldi" Discounter in Kolumbien – D1 (Koba)

Beitragvon Refajo » 04 Okt 2015, 19:44

Wir waren heute im D1, alles andere als ein Spaß. DIe Läden sind mittlerweile fast zu jeder Tageszeit rammelvoll. Heute waren wir in einem neuen relativ großen D1. Die Leute tragen die Produkte kistenweise zur Kasse und parken vor dem Laden direkt auf einer 12-spurigen Hauptverkehrsader. Nachbarn riefen die Verkehrspolizei, die erstmal aufgeräumt hat. 5 Minuten später parkten neue Kunden da.

Der Laden so voll, dass es keine Einkaufswagen mehr gab. Die Schlange für die Kasse geht durch den gesamten Supermarkt, so dass niemand so richtig durch kommt. Heute gab's sogar eine Expresskasse für bis zu 10 Produkte. Das war spontan improvisiert, funktionierte aber erstaunlich gut.

Man könnte denken, morgen gibt's nix mehr zu kaufen, so verhalten sich die Leute dort. Und das obwohl in unserem Barrio schon fast in jeder Straße ein D1 ist. Ich weiß gar nicht, ob noch mehr Filialen eröffnet werden müssen, um dem Andrang der Kunden Herr zu werden.

Eines steht fest: Das Discounter-Konzept fehlte in Kolumbien und erweist sich für die D1/Koba-Investoren als Goldgrube.
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