Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Refajo » 24 Mär 2015, 23:22

Ich fuhr auf einen Parkplatz direkt am Parque 93 in Bogotá. (Preis pro Minute: 95 Pesos.) Um den Parkschein zu erhalten, musste ich 5 Minuten anstehen hinter all jenen Kunden, die ihre Parkgebühr bezahlen und abfahren wollten. Als ich an die Reihe kam, beschwerte ich mich, dass laut dem mir nun ausgehändigten Parkschein ich bereits seit 6 Minuten parken würde, ich diese Zeit aber gezwungenermaßen mit Warten verbracht hatte. Die Kassiererin meinte, das sei mein Problem, worauf ich sagte dass ich mir einen anderen Parkplatz suche. Während ich nun zu meinem Wagen zurückging, schrie die Kassiererin schon den drei Parkwächtern zu, dass ich meine Parkgebühr nicht zahlen wolle und mich auf der Flucht befände. Die Parkwächter versperrten mir die Ausfahrt und sagten, ich müsse 600 Pesos für die Parkdauer von 6 Minuten zahlen. Ich entgegnete, dass ich von dieser Zeit 5 Minuten an der Kasse angestanden hätte, nur um den Parkschein zu erhalten. Das Personal behandelte mich wie einen Kriminellen. Schließlich wurde der Chef-Parkwächter gerufen, welcher wenigstens Manieren an den Tag legte und mich erstmal grüßte und sich vorstellte. Er fragte mich, ob ich dazu gekommen wäre, mein Fahrzeug abzustellen. Das bejahte ich und erklärte ihm, dass sich meine "Parkdauer" zusammensetzte aus einer Minute Einparken und 5 Minuten Anstehen an der Kasse, nur um meinen Parkschein zu erhalten. Letztlich sagte der Chef-Wächter, er würde die 600 Pesos aus seiner eigenen Tasche zahlen und wies mich zweimal darauf hin, dass ich in Zukunft die Parkgebühren automatisch mit der Einfahrt auf den Parkplatz akzeptieren würde. Dass es für mich kein weiteres Mal auf diesem Parkplatz geben wird, hat er wohl nicht kapiert. Der Konkurrenz-Parkplatz um die Ecke hat für über zwei Stunden Parken 14.000 Pesos von mir kassiert, die dem ersten Parkplatz aufgrund des schlechten Service' entgangen sind.

Meine Reaktion ist für meisten Kolumbianer nicht nachvollziehbar und übertrieben. Jedoch gebe ich diese Punkte zu bedenken:

1) Als Ausländer sollte man sich den örtlichen Gebräuchen anpassen. Normalerweise bekommt man auf den Parkplätzen in Bogotá den Parkschein direkt bei der Einfahrt durch das Fenster gereicht, oder aber vom aufmerksamen Parkwächter nach dem Abstellen des Fahrzugs überreicht. Normal ist es auch, dass man in überfüllten Parkhäusern bis zu einer halben Stunde auf einen freien Platz wartet und für diese Zeit auch die Parkgebühr berechnet bekommt. Normal ist ebenfalls, dass man vor dem Verlassen des Parkplatzes anstehen muss, um die Parkgebühr bezahlen zu können. Nicht normal ist jedoch nach meiner Erfahrung, dass man darüber hinaus noch nach dem Abstellen des Fahrzeuges in der gleichen Schlange anstehen muss, nur um den Parkschein ausgehändigt zu bekommen.

2) Das Personal hätte mir ganz einfach anbieten können, die Wartezeit für die Endabrechnung gutzuschreiben. Einfacher noch: Da 600 Pesos nicht viel Geld ist, hätte ich auch eine einfache Entschuldigung für die schlechte Organisation akzeptiert. Die Behandlung als Zechpreller jedoch hat mich nicht gerade gutmütig gestimmt.

3) Meine Frau hat vor der Abfahrt noch gehört, wie der Chef zu den normalen Wächtern sagte: "Seht ihr, deswegen sage ich euch immer, ihr sollte den Kunden die Parkscheine sofort aushändigen".
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Gado » 26 Mär 2015, 02:57

Refajo hat geschrieben:Als ich an die Reihe kam, beschwerte ich mich, dass laut dem mir nun ausgehändigten Parkschein ich bereits seit 6 Minuten parken würde, ich diese Zeit aber gezwungenermaßen mit Warten verbracht hatte.


Ich frage mich, woher der Kassierer wissen wollte, dass Refajo (R.) vor 6 Minuten auf den Parkplatz gefahren war. Denn eine Registrierung, z. B. durch Aushändigung eines Parkscheins, war ja gerade nicht erfolgt. Wurde R. aber doch registriert, hätte man ihm den Parkschein sofort aushändigen können.


Der Sachverhalt, den R. geschildert hat, hat rechtliche und kaufmännische Aspekte:


Rechtlicher Aspekt

Ob R. für die fünfminütige Wartezeit Parkplatzgebühren zahlen muss, richtet sich danach, was in Bogotá üblich ist, also womit ein Parkplatzbenutzer rechnen muss, wenn er mit seinem Auto in Bogotá auf einen bewachten Parkplatz fährt.

Diesbezüglich teilt R. mit, dass man normalerweise den Parkschein direkt bei der Einfahrt oder nach dem Abstellen des Fahrzeugs überreicht bekommt. Dann entfällt eine ungenutzte Wartezeit für die Ausgabe eines zeitlich zurückgerechneten Parkscheins. Folglich war R.s Beschwerde berechtigt. Da der Parkplatzbetreiber der berechtigten Beschwerde nicht entsprochen hat, durfte R. den Parkplatz mit seinem Auto verlassen und brauchte auch die abzüglich der Wartezeit geparkte 1 Minute nicht zu bezahlen. Denn diese einminütige Parkzeit wurde seitens R. infolge des Fehlverhaltens des Parkplatzbetreibers nutzlos aufgewendet.

Dass die Organisation des Parkplatzes mangelhaft war, ergibt sich auch daraus, dass der Chef seinen Mitarbeitern sagte, sie sollten die Parkscheine direkt bei der Einfahrt überreichen. Und dies hatte er ja nicht zum ersten Mal angemahnt.


Kaufmännischer Aspekt

R.s Behandlung durch das Parkplatz-Personal war - unabhängig davon, dass R. juristisch im Recht war - unter kaufmännischen Gesichtspunkten katastrophal. Selbst wenn R. die geforderten 600 Pesos geschuldet hätte, hätte das Personal R. nicht wie einen Kriminellen behandeln dürfen. Kaufmännisch denkende Betriebe legen größten Wert auf Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. In diesem Zusammenhang wird dem Beschwerdemanagement besondere Bedeutung beigemessen. Dem widerspricht es diametral, dass R. wie ein Krimineller behandelt wurde. Die zwangsläufige Folge war, dass R. „nicht gerade gutmütig gestimmt“ war.

R. hat das Naheliegende getan: Er hat den Parkplatz gewechselt und verbreitet nun überall, dass man diesen schlecht organisierten Parkplatz meiden soll. Eine Weisheit der Werbebranche besagt: 1 schlechte Kundenbehandlung spricht sich schneller herum als 10 gute.
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Marco » 28 Mär 2015, 01:03

Gado hat geschrieben:....

Kaufmännischer Aspekt

R.s Behandlung durch das Parkplatz-Personal war - unabhängig davon, dass R. juristisch im Recht war - unter kaufmännischen Gesichtspunkten katastrophal....


wieso katastrophal? Einer - Refajo - hat einen Aufstand gemacht. Eine Million Andere zahlen die jeweils 600 Pesos klaglos.

Das macht einen "Gewinn" von 600 Millionen Pesos - eine kaufmaennisch absolut geniale Leistung. Bei 600 Millonen muss man halt mal einen pro Jahr hinnehmen, der meckert...
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Gado » 28 Mär 2015, 03:23

Marco hat geschrieben:wieso katastrophal? Einer - Refajo - hat einen Aufstand gemacht. Eine Million Andere zahlen die jeweils 600 Pesos klaglos.


Refajo hätte auch gezahlt, wenn er wie ein Kunde behandelt worden wäre. Er selbst hat geschrieben:
„Da 600 Pesos nicht viel Geld ist, hätte ich auch eine einfache Entschuldigung für die schlechte Organisation akzeptiert.“
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Refajo » 28 Mär 2015, 23:03

95 Pesos pro Minute ist der höchste legale Tarif, der in Bogotá verlangt werden darf. Das ganze Gebiet um den Parque 93 ist eine der teuersten Gegenden in Bogota. Überall wird man als Kunde freundlich behandelt. Nur auf dem Parkplatz offenbar nicht.

Meine Frau konnte meine Beweggründe für mein Verhalten noch einigermaßen nachvollziehen. Ein mexikanischer Bekannter hingegen, der uns begleitete, fand meine Reaktion völlig überzogen. Aber so ist das eben in Lateinamerika: Wer im Privaten Korruption hinnimmt oder fördert, sollte sich dann auch nicht über korrupte Politiker und Polizisten beschweren. Oder wo sollte man die Grenze ziehen? Bei 600 Pesos, bei 6.000 oder erst bei 6 Millionen?

Ironischerweise haben die einfachen Parkwächter mir zuerst mit der Polizei gedroht. Dem hinzugerufenen Chef-Wächter war aber sofort klar, dass die Polizei keine Lust auf einen 600-Pesos-Streit haben würde. Wie würden deutsche Polizisten reagieren, wenn sie wegen einem Streit um 20 Eurocent gerufen würden?
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Gado » 29 Mär 2015, 07:32

Refajo hat geschrieben: Wie würden deutsche Polizisten reagieren, wenn sie wegen einem Streit um 20 Eurocent gerufen würden?


Ich will Refajos Frage zunächst dahin abwandeln, wie deutsche Polizisten reagieren müssten, wenn sie wegen eines Streits um 20 Eurocent gerufen würden.

Refajo wurde, um mit seinen Worten zu sprechen, Zechprellerei - also Betrug - vorgeworfen. Nach § 160 Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) muss die Staatsanwaltschaft bei Kenntnis vom Verdacht einer Straftat (hier: Betrug) den Sachverhalt erforschen. § 152 Abs. 2 StPO verpflichtet die Staatsanwaltschaft, wegen aller verfolgbaren Straftaten einzuschreiten, sofern zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen.

Diese Voraussetzungen waren in dem von Refajo geschilderten Fall gegeben. Ein deutscher Polizist hätte deshalb in seiner Eigenschaft als Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft bei einer Anzeige durch den Parkplatzbetreiber laut Gesetz tätig werden müssen. Eine Geringfügigkeitsgrenze ist im Gesetz nicht vorgesehen.

Selbst wenn sich herausgestellt hätte, dass Refajo betrogen hätte, kann die Staatsanwaltschaft jedoch gemäß § 153 Abs. 1 StPO von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters gering ist und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall gegeben.

Als Zwischenergebnis ist deshalb festzuhalten: Die deutsche Polizei müsste zwar ermitteln. Es wäre jedoch klar, dass es unabhängig vom Ausgang dieser Ermittlungen nicht zu einer Anklage mit Verurteilung käme.

Bei einer solchen Konstellation wäre es eine Verschwendung von Ressourcen, überhaupt Ermittlungen anzustellen. Ich bin mir deshalb sicher, dass ein deutscher Polizist in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft handeln würde, wenn er es ablehnt, sich mit der Strafanzeige näher zu befassen.
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Refajo » 29 Mär 2015, 08:33

Könnte die Polizei in Deutschland nicht vor Ort eine Einschätzung der Lage abgeben? Eine deutsche Polizistin sagte mir einmal nach einem Blechschaden: "Vergessen Sie es. Nach meiner Meinung haben Sie 100% Schuld. Wenn sie den Unfall vor einen Richter bringen wollen, werde ich gegen Sie aussagen und Sie werden verlieren."

Die kolumbianischen Polizisten scheinen die Anweisung zu haben, Anzeigen von Straftaten möglichst zu verhindern. Ich vermute dass so die Justiz entlastet werden soll. Der Umgang mit kolumbianischen Polizisten ist aber grundsätzlich sehr schwierig, da sie keine Kenntnisse von geltenden Gesetzen oder den Funktionsprinzipien eines Rechtsstaates besitzen.
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Marco » 30 Mär 2015, 00:21

Gado hat geschrieben:Refajo wurde, um mit seinen Worten zu sprechen, Zechprellerei - also Betrug - vorgeworfen



Aber @Gado, Refajo wurde doch keine Straftat vorgeworfen. Er hat auch keine begangen; und Zechprellerei schon gar nicht.

Ihm wurde vorgeworfen, kostenpflichtig 6 Minuten geparkt zu haben, die Zahlung aber zu verweigern. Das ist reines Zivilrecht, Gado, jedenfalls in Deutschland. Und du redest ja davon, wie es in Deutschland waere.

Um einen Eingehungsbetrug haette es sich eventuell dann gehandelt, wenn Refajo den Eindruck erweckt haette, Zahlung fuer die 6 Minuten leisten zu wollen, obwohl er finanziell dazu gar nicht in der Lage war. Diesen Eindruck hat er aber gerade nicht erweckt; im Gegenteil, er hat ja protestiert und eine Zahlungspflicht fuer die 6 Minuten geleugnet (obwohl er das Geld hatte). Reines Zivilrecht also.

Lies vielleicht auch noch folgendes; Zitat:

"Eingehungsbetrug....Die eigene (kriminologische) Bezeichnung ist für diese Betrugsformen deswegen entstanden, weil es nach geltendem Recht nicht strafbar ist, Verbindlichkeiten nicht zu erfüllen oder, spezieller, Rechnungen nicht zu bezahlen. Der Gläubiger ist in diesen Fällen grundsätzlich auf die zivilrechtliche Durchsetzung seiner Ansprüche verwiesen, ohne dass das Strafrecht eingreifen könnte."
http://de.wikipedia.org/wiki/Eingehungsbetrug
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Gado » 30 Mär 2015, 04:18

Marco hat geschrieben:Aber @Gado, Refajo wurde doch keine Straftat vorgeworfen. Er hat auch keine begangen; und Zechprellerei schon gar nicht.


Refajo ist sehr wohl eine Straftat vorgeworfen worden. Im Eingangsbeitrag hat er geschrieben: „Das Personal behandelte mich wie einen Kriminellen.“ Refajo selbst spricht von einer „Behandlung als Zechpreller". Er erwähnt weiter, die einfachen Parkwächter hätten ihm zuerst „mit der Polizei gedroht“. Ich habe mir also den Vorwurf der Zechprellerei nicht ausgedacht.

Dass keine Zechprellerei vorlag, habe ich bereits oben ausgeführt. Denn Refajo hat sich juristisch richtig verhalten und dem Parkplatzbetreiber keinen Schaden zugefügt.

Bei der Zechprellerei handelt es sich nach deutschem Recht - wie Marco richtig schreibt - um einen so genannten Eingehungsbetrug. Dazu heißt es in dem Artikel, den Marco zu wikipedia verlinkt hat korrekt: „In Deutschland ist der Eingehungsbetrug nach dem allgemeinen Betrugstatbestand (§ 263 StGB) strafbar.“ Wenn also der Vorwurf der kriminellen Zechprellerei im Raum stand, dann war es der Vorwurf des strafbaren Betruges.


Refajo fragt in seinem letzten Beitrag, ob die Polizei in Deutschland nicht vor Ort eine Einschätzung der Lage abgeben könnte. Dies hängt von dem erhobenen Vorwurf ab:

Will die Polizei einen Straftäter verfolgen - z.B. nach einem Einbruch, einem Betrug oder einer Tötung - muss sie selbst zunächst eine strafrechtliche Wertung vornehmen, um zu entscheiden, ob die Verfolgung berechtigt ist. Die ausschlaggebende Wertung bei der Ahndung von Vergehen und Verbrechen ist jedoch der Staatsanwaltschaft vorbehalten. Der Polizist darf allenfalls seine unmaßgebliche, private Meinung zum Ausdruck bringen.

Anders ist es bei der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten, wie z.B. falschem Parken, zu schnellem Fahren, Unfall mit Blechschaden. Hier entscheidet nicht die Staatsanwaltschaft über die Ahndung. Dies ist vielmehr Sache der Verwaltungsbehörde.

In dem Fall, den Refajo geschildert hat, sagte die deutsche Polizistin: „Nach meiner Meinung haben Sie 100% Schuld." Damit hat sie eine zivilrechtliche Wertung abgegeben, was außerhalb ihres Kompetenzbereiches lag. Denn wie die Haftungsanteile prozentual zu verteilen sind, ist strafrechtlich oder nach dem Recht der Ordnungswidrigkeiten völlig belanglos. Deshalb hat die Polizistin ihre Einschätzung mit den Worten „Nach meiner Meinung“ eingeleitet, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass es sich um ihre unmaßgebliche, private Ansicht handele.
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Re: Mein Streit wegen 600 Pesos Parkgebühr

Beitragvon Marco » 01 Apr 2015, 03:41

Gado hat geschrieben:Refajo ist sehr wohl eine Straftat vorgeworfen worden. Im Eingangsbeitrag hat er geschrieben: „Das Personal behandelte mich wie einen Kriminellen.“ Refajo selbst spricht von einer „Behandlung als Zechpreller". Er erwähnt weiter, die einfachen Parkwächter hätten ihm zuerst „mit der Polizei gedroht“


Na klar mag Refajo das so empfunden haben, dass er wie ein "Krimineller" behandelt wurde. Schliesslich sollte er ja zahlen, hat das aber nicht gemacht, obwohl er Geld dabei hatte.

Ob das Nichtbezahlen einer geforderten Geldsumme (umgerechnet 20 Cent) nun den Vorwurf ausloesen kann, eine "Straftat" begangen zu haben oder eben halt nur, - zivilrechtlich - etwas zu schulden, darueber werden sich weder Refajo, ein Musiker, noch die moeglicherweise des Schreibens nicht einmal maechtigen Parkplatz-Hilfssheriffs Gedanken gemacht haben.

Jedenfalls hat ihm keiner eine STRAF -Tat vorgeworfen und er hat das auch nicht so empfunden.

Ihm wurde vorgeworfen, nicht zu zahlen - das war alles.
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