UBER in Cartagena

UBER in Cartagena

Beitragvon Marco » 30 Dez 2015, 03:32

Zitat (29.12.2015) : "Desde hoy funciona formalmente Uber en Cartagena"
http://www.eluniversal.com.co/cartagena ... ena-215147

Da bin ich ja mal gespannt, was ich da zu hoeren bekomme.

Ich selbst bin mit dem system der normalen (gelben) Taxis in Cartagena sehr zufrieden.

Sie sind billig.

Ausserdem gibt es auch die Taxi collectivos, die bestimmte Strecken fahren und erst losfahren, wenn sie 4 Passagiere haben.

Preisbeispiele, ich wohne in der Naehe des historischen Zentrums, mit dem Rad 8 Minuten bis zum Parque Bolivar, zu Fuss waeren es wohl 25 Minuten.

Taxi, indivduell, nur fuer mich: 6.000 Pesos Festpreis (1,73 Euro)

Taxi collectivo (faehrt allerdings nicht am Parque ab, sondern an der Stadtmauer Naehe La India) 1.800 Pesos 0.52 Euro (oder sind es inzwischen 1.900 ?). Faehrt direkt an meiner Haustuer vorbei, da kann ich aussteigen

Wo will denn da UBER noch billiger sein? Aber ok, vielleicht ergattert sich UBER einen Markt in den Aussenbezirken, da hab ich keine ahnung ueber die Situation
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Marco » 10 Jan 2016, 02:26

Nun ist ein erster Artikel ueber UBER in Cartagena erschienen.

Die Taxifahrer bezeichnen den Dienst erwartungsgemaess als illegal.

Die in dem Artikel genannten Kunden haben Preise bezahlt, die doppelt so hoch liegen wie die Taxipreise (die ich so in etwa kenne).

Was also soll UBER in Cartagena?

Im Uebrigen frage ich mich, wer fuer Sach- und Koerperschaeden aufkommt, wenn ein Kunde mit UBER verunfallt und der UBER-Fahrer schuld ist.

http://www.eluniversal.com.co/suplement ... ena-216009
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Marco » 14 Feb 2017, 02:46

Behoerden in Cartagena gehen gegen Uber vor

Unter der Ueberschrift: "Supertransporte intensifica control de transporte informal" wird heute von El Universal Cartagena

http://www.eluniversal.com.co/cartagena ... mal-246570

berichtet, dass die Behoerden gegen einen " transporte informal" vorgehen.

Wenn man dann weiterliest, um zu erfahren, was das denn ueberhaupt ist, dieser "transporte informal", kommt erst mal lange nichts. Es ist einfach schrecklich, wie von kolumbianischen Autoren, hier in Gestalt einer Autorin, herumgelabert wird, bevor man zur Sache kommt.

Erst ganz zum Schluss kommt, schamhaft und versteckt in einem Nebensatz, das Wort "Uber" vor.

Es geht also um Uber. Man kontrolliert also Fahrzeuge, um Fahrer von Uber zu erwischen, die Fahrgaeste befoerdern.

Mich befriedigt das. Denn Uber gehoert verboten. Bei einem Taxi habe ich die ziemlich hohe Gewissheit, dass der Fahrer von den Behoerden kontrolliert wurde, bevor er in diesem Beruf arbeiten darf. Bei Uber darf demgegenueber, ich formuliere es mal ueberspitzt und salopp, jeder Verbrecher fahren, wenn er nicht gerade im Gefaengnis ist.
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Gado » 14 Feb 2017, 10:29

Marco hat geschrieben: ... Uber gehoert verboten. Bei einem Taxi habe ich die ziemlich hohe Gewissheit, dass der Fahrer von den Behoerden kontrolliert wurde, bevor er in diesem Beruf arbeiten darf. Bei Uber darf demgegenueber, ich formuliere es mal ueberspitzt und salopp, jeder Verbrecher fahren, wenn er nicht gerade im Gefaengnis ist.


In Deutschland müssen alle Fahrer, die entgeltlich oder geschäftsmäßig Personen befördern, - also auch diejenigen, die für Uber fahren würden - einen Personenbeförderungsschein (Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung) besitzen. Das schreibt § 48 der Fahrerlaubnis-Verordnung vor.
http://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__48.html

Ob in Kolumbien über den normalen Führerschein hinaus auch ein Pesonenbeförderungsschein nötig ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Marco » 14 Feb 2017, 16:12

Gado hat geschrieben:In Deutschland müssen alle Fahrer, die entgeltlich oder geschäftsmäßig Personen befördern, - also auch diejenigen, die für Uber fahren würden - einen Personenbeförderungsschein (Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung) besitzen.



Das sagst du so leicht dahin ich kann mich noch genau erinnern als uber in Deutschland auftauchte dass die da einfach Fahrer gesucht haben. und wie gesagt da konnte sich jeder Verbrecher melden und der fuhr dann und die Behörden waren fassungslos und haben das einfach hingenommen

erst nach ewig langer Zeit hat sich dann eine Taxi Innung einen Anwalt genommen um zivilrechtlich gegenüber Uber vorzugehen. der Anwalt hat dann eine einstweilige Verfügung beantragt und die wurde zurückgewiesen weil Uber schon so lange taetig war, dass keine Eilbedürftigkeit mehr vorlag. ich kann mich an diese Sachen noch recht genau erinnern. dann gab es eine Hauptsacheklage und erst dadurch kam es dann zu einer gewissen Einschränkung der Tätigkeit von Uber in deutschland.

Ob es inzwischen heute so ist dass jeder Uber Fahrer einen Personenbeförderungsschein braucht weiss ich nicht aber okay ich verfolge die Dinge in Deutschland natürlich von Kolumbien aus auch nicht so exakt.

Aber im Ergebnis hast du recht es müsste eigentlich in Deutschland jeder Fahrer einen solchen Personenbeförderungsschein haben.

Aber wenn Uber bereits in deutschland die behoerden jahrelang an der Nase herumfuehren konnte, dann duerfte die Sitution in Kolumbien (und den anderen Laendern weltweit) noch "trostloser" sein.

Es waere interessant zu wissen, auf welche gesetzlichen Regelungen die jetzigen Kontrollen des "transporte informal" ueberhaupt gestuetzt werden. Ein Uber fahrer koennte doch einfach sagen, ich fahre einen Freund.
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Refajo » 15 Feb 2017, 20:41

Ich finde es eine Frechheit, dass sich Uber in USA und Deutschland (mit einigen Problemen) an Recht und Gesetz hält, während in Kolumbien schamlos die schwache Justiz und die unfähige Polizei ausgenutzt und das illegale Geschäft weiter ausgebaut wird. Klar, auch mithilfe korrupter kolumbianischer Kunden, die diesen illegalen Dienst in Anspruch nehmen.

Wer sagt denn, dass Uber billiger ist? Ich habe das noch nie genutzt. Angeblich sind die Tarife flexibel, können also in der Hauptverkehrszeit teurer und zu anderen Zeiten billiger als ein Taxi sein. Ich kenne jemanden, der für Uber fährt. Er behauptet, zur Hauptverkehrszeit für eine Fahrt zum Flughafen 90.000 Pesos zu bekommen, was in einem Taxi ca. 30.000 kosten würde.

Das Hauptagrument der Uber-Verteidiger in Bogotá ist, dass die Taxifahrer zu unfreundlich sind. Zwar habe ich auch schon massive Probleme mit Taxifahrern gehabt und nutze Taxis so selten wie möglich, aber man bekommt schon sein Recht, wenn man darauf besteht. Ich habe immer Kleingeld dabei. Wenn ein Taxifahrer mehr Geld will als das Taxameter anzeigt, dann gebe ich den Betrag passend beim Aussteigen und sage, wenn was fehlt, soll er bitte die Polizei rufen. Wenn der Taxifahrer nicht dahin will, wo ich hin will, bleibe ich sitzen und steige nur bei der nächsten Poliziestation (CAI) aus. Bringt zwar nichts, aber wenn das alle machen würden, hätte sich das Problem erledigt.

Meine Meinung: Statt illegale Dienste zu nutzen, sollten sich die faulen Bogotanos lieber dafür einsetzen, dass die Taxis die Gesetze einhalten. Damit wäre wesentlich mehr gewonnen. Übrigens gibt es in Bogotá täglich mehr als 20 Unfälle mit Taxis (mit Polizeibeteiligung, alles andere schafft es logischerweise nicht in die Statistik). Da ist kein Fahrer staatlich geprüft oder sonstwas. Der Taxifahrer in meinem Conjunto kann nicht mal richtig lesen. Ein neues Taxi hält bei ihm so zwei Jahre, dann wird es verschrottet. Jeden Tag kommen neue Beulen hinzu. Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich hart durchgreifen.
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Gado » 16 Feb 2017, 05:41

Refajo hat geschrieben:Statt illegale Dienste zu nutzen, sollten sich die faulen Bogotanos lieber dafür einsetzen, dass die Taxis die Gesetze einhalten...
Da ist kein Fahrer staatlich geprüft oder sonstwas...
Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich hart durchgreifen.


Marco stellt am Ende seines 2. Beitrags vom 14.02.2017 die berechtigte Frage, auf welche rechtliche Grundlage sich Kontrollen stützen würden.
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Re: UBER in Cartagena

Beitragvon Gado » 20 Feb 2017, 02:58

Uber-Fahrer leben gefährlich. In Medellín wurde einer ermordet in seinem Auto gefunden. Ob dieser Mord mit der Tätigkeit für Uber zusammenhängt, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

http://www.rcnradio.com/locales/antioqu ... -medellin/
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